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Ländlicher Energieversorger baut Rechenzentrum

«Konsequente Abrundung des Portefeuilles»

In der Schweiz boomt der Markt für Rechenzentren: Im Land mit der zweithöchsten Datacenter-Dichte Europas werden jährlich rund 200 bis 400 Millionen Franken in den Bau neuer Anlagen investiert. Bereits ein Fünftel des gesamten europäischen Datenvolumens lagert in der Schweiz.

Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) springt nun auf diesen Zug auf. Bis Ende 2017 soll für 25 Millionen Franken eine 900 Quadratmeter grosse Server-Farm in der Gewerbezone Gais entstehen. «Heute sind die meisten dieser Rechenzentren im Raum Zürich zu finden», sagt Lukas Mäder, SAK-Finanzchef und stellvertretender CEO. Mäder charakterisiert die SAK als «eine Art Baufirma», die das Stromnetz in den Trägerkantonen St. Gallen und beiden Appenzell betreibt, in deren Besitz sie ist. Zum Kerngeschäft gehören Kraftwerke, Wärmeverbunde und ein Glasfasernetz, alles Infrastrukturen, die sie plant, baut, finanziert und betreibt.

Neuland für die SAK
Bereits heute vermietet die SAK ihr leistungsfähiges Glasfasernetz an Industriebetriebe und Verwaltungen. Sie arbeitet mit der Swisscom sowie kleinen und grossen Service-Providern zusammen. Seit zwei Jahren ist sie auch mit eigenen Internettelefonie-, TV- und Serviceprodukten auf dem Markt. Für Mäder ist das Rechenzentrum daher zwar Neuland, «aber auch die konsequente Abrundung des Portefeuilles in der Ostschweiz», wo noch keiner dieser Datentresore zur Verfügung steht. Kleine und grosse Firmen können hier unterschiedlich grosse Speicherflächen mieten. Zweimal 150 dieser «Racks» (Gestelle) stehen zur Verfügung, ebenso wie das ganze Gebäude komplett doppelspurig erschlossen.

Höhenlage nutzen
Die SAK garantiert ihren Kunden die sichere Stromversorgung, eine unterbrechungsfreie Notstromversorgung, Kühlung und Gebäudesicherheit. Rechenzentren – vor allem jene in Kalifornien – sind oft teure Stromfresser. In Gais aber punktet die Anlage mit Energieeffizienz. Lediglich 15 Prozent der vom Rechenzentrum verbrauchten Energie werden für Kühlung und Wärmeaustausch eingesetzt. Statt mit riesigen Wassermengen wird im «energieeffizientesten Rechenzentrum der Schweiz» die von den IT-Einrichtungen aufgeheizte Luft mit Aussenluft von 32 auf 24 Grad heruntergekühlt. «Dafür nutzen wir die Höhenlage von 912 Metern über Meer im Luftkurort», sagt Mäder. Sind die Aussentemperaturen einmal zu hoch, komme doch noch Wasser zum Einsatz – auf den Plattenwärmetauschern versprühte Wassertröpfchen verdunsten und erzeugen Kälte.

Quelle: St. Galler Tagblatt