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OTT-Angebot: Gleichgesinnte gesucht!

«Wir sind überzeugt, dass der Schritt richtig ist!»

Was hat Sie dazu veranlasst, surfpack auf den Markt zu bringen?
Chris Eberhard: Wir glauben, dass wir unseren Informations- und Unterhaltungsbedarf in naher Zukunft nicht mehr mit klassischem Fernsehen, Radio und Internet decken, sondern mit Apps. Mit surfpack wollen wir die Zukunft bereits heute für eine breite Kundschaft zugänglich machen. Vielleicht sind wir mit dem Schritt noch etwas früh, aber wir sind überzeugt, dass es der Richtige ist.

Welches waren die grössten Schwierigkeiten vor der Markteinführung?
Eberhard: OTT-Angebote, also Apps, welche auf dem Fernseher oder Tablets laufen, sind in aller Munde, etwa Netflix, aber genutzt werden sie erst von einer kleinen Community. Die grösste Herausforderung besteht darin, das Produkt den Kunden zugänglich zu machen. OTT-Dienste muss man erleben, damit man versteht, worum es geht. Ein Inserat oder ein Newsletter reichen da nicht.

Welche Bedeutung haben aus Ihrer Sicht OTT-Angebote für Energieversorger, um Kunden fürs Glasfasernetz zu gewinnen?
Eberhard: Wir sind der Überzeugung, dass die Energieversorger in der Zukunft die natürlichen Anbieter für den Internetanschluss sein werden, weil sich die Kunden ihre Apps selber zusammenstellen. OTT-Dienste ergänzen den Anschluss zu einem fertigen Kundenprodukt. Unsere Rolle ist es, den Kunden die Dienste zugänglich zu machen und einen Mehrwert zu schaffen. Für den Start haben wir etablierte OTT-Angebote beworben. In Zukunft spielen aber lokale Inhalte eine Schlüsselrolle. Wir werden unsere Kunden schon bald damit begeistern.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Lassen sich Kunden von OTT-Angeboten begeistern?
Eberhard: Ja, das funktioniert sehr gut. Aber man muss sich bewusst sein, dass die OTT-Welt sehr schnelllebig ist. Grundsätzlich sind wir zufrieden und auch etwas stolz, mit surfpack eine gewisse Vorreiterposition einzunehmen. Schön wäre, wenn wir die surfpack-Idee mit andern Glasfasernetz-Anbietern teilen und gemeinsam mit ihnen die Weiterentwicklung anpacken könnten. Dies war von Anfang an unser Wunsch.

Welche Angebote sind bei Ihren Kundinnen und Kunden besonders beliebt?
Eberhard: Die Apple TV Box zeigt sich als Zugpferd für unser Angebot. Die einfache Bedienung und der bekannte Brand sind sehr hilfreich. Uns ist aber bewusst, dass wir mit diesem Schritt die Android-Welt ausschliessen. Wir sind daran, eine Plattform für Android-Fans zu finden. Die Präferenzen bei den OTT-Diensten sind natürlich von Kunden zu Kunde unterschiedlich. Der eine sieht lieber TV-Serien, der andere zieht Programme der Fernsehstationen vor. Bei den Bandbreiten stellen wir ausserdem fest, dass die meisten Kunden schnelle Anschlüsse wählen.

Wie beurteilen Sie die verfügbaren OTT-Angebote in der Schweiz?
Eberhard: Es ist zwar schade, dass viele internationale OTT-Anbieter wegen Urheberrechten an der Schweizer Grenze haltmachen. Wir haben aber trotzdem ein sehr grosses Angebot von OTT-Diensten, welche sich in Inhalt und Bedienung stark unterscheiden. Und das ist ja gerade die Stärke von OTT-Diensten. Jeder Kunde kann sich die Dienste aussuchen, welche zu ihm passen. Schade ist allerdings, dass die Qualität der Dienste respektive Apps sehr stark von der Plattform abhängig ist. Deshalb ist es auch wichtig, die Plattform, in unserem Fall die Apple Box, im Produkt mit einzuschliessen.

Auf Ihrer Webseite fragen Sie Ihre Kundinnen und Kunden: «Was hätten Sie gerne in Ihrem surfpack?» Die Antwort lautet: …
Eberhard: Im Moment wird nach bekannten Brands wie Zattoo oder Apple Music gefragt. Das Konzept von surfpack ist, dass wir die beliebtesten OTT-Dienste laufend einbinden. Wir werden deshalb versuchen, auch diese zwei Angebote ins surfpack-Boot zu holen.

Ihre OTT-Botschaft an andere Energieversorger (EVU)?
Eberhard: Wie gesagt: Wenn wir alles richtigmachen, können wir Energieversorger in Zukunft unsere Rolle als Versorger ausbauen und zum natürlichen Internetanbieter werden. Wie bei der Energie müssen die EVU dem Kunden aber auch bei der Auswahl der Dienste helfen und lokalen Mehrwert schaffen. Genau dies macht surfpack. Natürlich wäre es gut, wenn nicht jeder Energieversorger eine eigene Initiative startet. Zu gross ist die Konkurrenz der nationalen Anbieter. Mit dem Namen surfpack haben wir deshalb absichtlich einen Brand gewählt, welcher sich in der ganzen Schweiz verbreiten lässt. Eine nationale Marke sozusagen mit starken lokalen Ausprägungen. Es wäre schön, Gleichgesinnte zu finden.