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DANET: «FTTH ist eine nachhaltige Investition»

«Gerade in Bergdörfern ist die Nachfrage gross»

Warum haben Oberwalliser Gemeinden 2012 die DANET Oberwallis AG gegründet?
Martin Nanzer: Vor gut 10 Jahren starteten die ersten Gespräche in Oberwalliser Gemeinden für ein Glasfaserprojekt – vor allem in den Zentrumsgemeinden. Der Verein Region Oberwallis stellte die entscheidende Frage, ob ein Glasfaserausbau nicht gleich für alle Oberwalliser Gemeinden evaluiert werden sollte. Als Antwort darauf lancierte die Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis AG die Projektarbeiten für eine möglichst flächendeckende Glasfaser-Erschliessung der Oberwalliser Gemeinden. Nach zahlreichen Urversammlungsentscheiden entstand eine schweizweit einmalige Kooperation von damals 70 Gemeinden – die DANET Oberwallis AG.

Wieso ist die Solidarität unter den Gemeinden so wichtig in diesem Projekt?
Nanzer: Die Erschliessung von Berggemeinden kostet aufgrund der Topographie und der Baudichte ein Vielfaches gegenüber Ausbauten in Zentren. Es war von Anfang an ein Anliegen des Projekts, ein solidarisches Finanzierungsmodell zu entwickeln. So zahlen die Gemeinden unabhängig von den effektiven Ausbaukosten pro Einwohner einen Beitrag von CHF 400, aufgeteilt in CHF 50 Aktienkapital und CHF 350 Erschliessungsbeitrag bei Ausbau. Durch den Beitrag der einwohnerreichen Zentrumsgemeinden, welche tiefe effektive Ausbaukosten haben, wird es möglich, auch kleinere Gemeinden mit hohen Ausbaukosten zu diesem Pauschalpreis ans Netz zu bringen. Unter dem Strich profitieren alle Gemeinden, denn CHF 400 pro Einwohner für eine FTTH-Infrastruktur ist auch in zentralen Lagen günstig.

Wie steht die Oberwalliser Bevölkerung zum Glasfasernetz?
Nanzer: Gerade auch in Bergdörfern, wo wir die ersten Ausbaugebiete in Betrieb nehmen konnten, beziehen viele Menschen sehr rasch Glasfaserprodukte. In Gemeinden, die noch nicht projektiert sind, steigt der Druck für einen baldigen Anschluss. Beide Aspekte bestätigen unsere Arbeit: DANET befriedigt ein echtes Bedürfnis, die Oberwalliserinnen und Oberwalliser wollen FTTH.

Auf welche Weise kooperiert DANET mit den regionalen Energieversorgern?
Nanzer: Wir haben mit ihnen Bau- und Betriebsverträge abgeschlossen. Sie verfügen über die Infrastruktur und Synergieprojekte, um Glasfasern für DANET einzuziehen. Und sie betreiben und dokumentieren das DANET-Netzteil. Dank diesen Kooperationen ist die DANET selber ein schlankes Unternehmen. Wir können uns auf die Projektkoordination, Finanzierung und Kommunikation konzentrieren.

Im Oberwallis sind viele Gemeinden mit dem Angebot der Swisscom konfrontiert, Glasfasern bis zirka 200 Meter vor die Häuser zu bauen (Fibre to the Street). Ihre Empfehlung?
Nanzer: Der Ausbau von FTTH ist zeit- und kostenintensiv und benötigt zu einem frühen Zeitpunkt hohe Investitionen. Der Ausbau findet daher in Etappen statt. FTTS bietet den Gemeinden die Möglichkeit, kurzfristig die Bandbreiten zu erhöhen. Dies bedingt weniger Initialinvestitionen, führt aber in der langen Frist zu höheren Betriebskosten für den Betreiber. Ein FTTS-Ausbau kann sinnvoll sein, sofern den Gemeinden für solche Übergangslösungen keine Kosten entstehen und die Aussicht auf ein zeitnahes Upgrade auf ein FTTH im Rahmen unseres Kooperationsmodells besteht. Ist dies nicht der Fall, droht mit einem späteren Nachzug von Glas auf der verbleibenden Kupferstrecke gerade in ländlichen Gebieten ein neues Infrastrukturmonopol zu Gunsten von Swisscom. Es ist deshalb Aufgabe der Politik, den FTTS-Alleinbau von Swisscom kritisch zu beobachten, um optimale Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Welche Empfehlungen können Sie anderen Gemeinden, die ein Glasfasernetz bauen und betreiben möchten, aufgrund Ihrer Erfahrungen weitergeben?
Nanzer: Ein FTTH-Ausbau ist ein Generationenwerk und hat das Potenzial, auch künftigen, stark wachsenden Bandbreiten-Bedürfnissen gerecht zu werden. Eine Investition in FTTH lohnt sich: Im Betrieb, in Form eines echten Wettbewerbs und dank einer offenen Netzarchitektur, welche ineffiziente Parallelinvestitionen reduziert. Strassen- und Eisenbahnprojekte plant man nicht auf kurze Frist. Bei einer so wichtigen Zukunftsinfrastruktur wie FTTH sollte dies nicht anders sein.

Danet ist neu openaxs beigetreten. Warum?
Nanzer: Für DANET ist es von grosser Bedeutung, gut vernetzt unterwegs zu sein. Der Austausch mit anderen FTTH-Projekten ist sehr wertvoll für uns. Zudem ist es für das Gelingen von FTTH-Projekten äusserst wichtig, die Anliegen der verschiedenen Unternehmen in einem Verband zu bündeln und gegenüber der Politik und anderen wichtigen Akteuren zu vertreten. Vor dem Hintergrund, dass über FTTS wie erwähnt ein neues Infrastrukturmonopol droht, ist es wichtig, dass openaxs für Transparenz bei den Entscheidungsträgern sorgt.

Was wünschen Sie sich ausserdem von openaxs für die Zukunft?
Nanzer: Eine starke Unterstützung bei den künftigen Herausforderungen und eine Bündelung der Synergien und des Lobbyings aller Partner nach Innen und Aussen. Gemeinsam sind wir stärker, davon bin ich überzeugt.