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Wohin die Reise gehen könnte

Keynote-Speaker Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts, ist schon fast Stamm-Referent an der openaxs FTTH Conference. Weil er Zukunftsszenarien so eloquent beschreibt wie kaum ein anderer.

Bosshart lässt in seinen Ausführungen keinen Raum für Illusionen: «Es gibt heute keine Normalität mehr», sagt er. «Wir müssen die Dinge neu angehen, in Wirtschaft und Gesellschaft, ob wir wollen oder nicht.» Er macht aber auch Hoffnung: «Es war für Menschen, die Gutes tun wollen, noch nie so einfach wie heute, die Welt zu verändern.» Letztlich habe jeder Mensch, jedes Unternehmen, jede Gemeinde, jede Stadt oder jeder Staat die Wahl: Will ich Pionier sein und die neuen Möglichkeiten für mich nutzen? Oder will ich der Entwicklung hinterherlaufen und dadurch ins Hintertreffen geraten?
Für die Schweiz sieht er nur eine Chance, die hohe Wertschöpfung zu halten: Wenn sie auch in einer digitalen Welt ein optimales Ökosystem schaffe, um die besten Talente anzulocken.

Bossharts Arbeitsschwerpunkte: die Zukunft des Konsums und Konsumverhaltens, Globalisierung und politische Philosophie, Management und Wandel, Megatrends in Wirtschaft und Gesellschaft.

An der FTTH Conference sprach er darüber, wie die Stadt der Zukunft aussehen könnte. Wegen Platzmangels werde vermehrt unterirdisch gebaut. Die Vertikale werde immer wichtiger, was der Stadt eine neue räumliche Struktur verleihe. Platz für den Detailhandel wird es laut Bosshart immer weniger geben.
Er beschreibt auch die Entwicklung von der Steuerung über eine Tastatur hin zur Sprachsteuerung. Bis zum Durchbruch der Sprachkontrolle werde es nicht mehr lange dauern und diese das Leben nachhaltig prägen. «Komplexität und Marge verschieben sich von der letzten Meile zum letzten Zoll», sagte Bosshart. «Es geht nicht mehr darum, physischen Raum möglichst schnell zu überwinden, sondern virtuellen Raum an der richtigen Schnittstelle zu besetzen.»

Zum Stellenprofil der künftigen Social-Media-Manager sagt er: «Die künftigen Raumplaner sind auch Lebensdesigner, immer mehr auch Data-Analysten und Spezialisten für künstliche Intelligenz.»

Alles verändert sich, nichts bleibt. Wie müssen sich Menschen, Unternehmen oder Städte verändern, um das Gute hervorzubringen und die Chancen des Wandels zu nutzen? Auch dafür hat Bosshart eine Formel: «Wir müssen wegkommen vom industriellen Denken, welches vom Produkt ausgeht, und hinkommen zu einem Denken in vernetzten Dienstleistungen.»

Dies gelte in besonderem Masse auch für Städte, die smart werden wollen: «Das Potenzial vernetzter Dienstleistungen ist riesig: Die Daten, über die Stadtverwaltungen schon heute verfügen, sind noch nicht vernetzt. Sie liegen unbenutzt herum.»