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Aufbruchstimmung im Engadin

Das Projekt «mia Engiadina» kann künftig die Glasfasern der Rhätischen Bahn von Scuol bis nach Landquart mitbenutzen. Möglich macht dies ein Tauschgeschäft. Für die Initianten ist die Verbindung nach Landquart für das geplante schnelle Internet «matchentscheidend».

Im Engadin fand im vergangenen August die letzte openaxs FTTH Conference statt. Das Engadin steht mustergültig für eine Randregion, die selber ein Glasfasernetz bauen und auf diese Weise attraktive Arbeitsplätze in schöner Umgebung sichern will.
Seit letztem Sommer gibt es den Mountain Hub im Zentrum von Scuol. Dieser bietet schnelles Internet, Kaffee und eine Auswahl an Arbeitszonen an Es ist das erste, für alle sichtbare Teilprojekt von mia Engiadina.
Ein erster wichtiger Schritt gelang den Initianten von «mia Engiadina» im Februar vor einem Jahr. Mehrere Gemeinden im Engadin zogen ihren Rekurs gegen den Ausbau einer Hochspannungsleitung zurück. Im Gegenzug verpflichtete sich die nationale Netzgesellschaft Swissgrid, die weiteren Stromleitungen im Tal in den Untergrund zu legen. Teil dieser unterirdischen Leitungen wird auch ein leeres Rohr für ein Glasfaserkabel zwischen Scuol und S-chanf sein.
Nun hat «mia Engiadina» auch den zweiten Teil dieses Projekts unter Dach und Fach bringen können. Sie kann künftig die Glasfasern der Rhätischen Bahn von Scuol nach Landquart mitbenutzen. Im Gegenzug wird die RhB das Glasfaserkabel der Engadiner Gemeinden brauchen dürfen.
Ziel von mia Engiadina ist, das Engadin in den nächsten zwei Jahren von La Punt bis Samnaun mit Glasfaser zu erschliessen. Im Unterengadin geschieht die Erschliessung an das Glasfasernetz unter der Führung und im Rahmen des Investitionsbudgets von Energia Engiadina, im Oberengadin tätigen die Gemeinden die Investitionen in die Grundinfrastruktur. «Wir möchten Glasfaser in die Häuser bringen», erklärt der Mit-Initiant Jon Erni. Geplant sind auch mehrere Hotspots für Public WLAN.
Ab 2017 werden in Zusammenarbeit mit mia Engiadina zwei Informatik-Kompetenzzentren errichtet, eines im Lyceum Alpinum Zuoz, das andere am Hochalpinen Institut Ftan. Im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21 sollen alle Schulen im Tal, aber auch Lehrer aus dem ganzen Kanton davon profitieren können. Die ersten regulären Lehrgänge sind für 2018 geplant. Im nächsten Jahr werden weiter konkrete Angebote für den Gesundheitsbereich ausgearbeitet, damit das Engadin auch für Senioren noch attraktiver wird.

Quellen: südostschweiz / Regionaljournal