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Kanton Freiburg: Aus Partnern werden Konkurrenten

Vor vier Jahren spannten das Freiburger Unternehmen «ftth fr» und Swisscom zusammen, um im Kanton Freiburg ein flächendeckendes, leistungsfähiges Glasfaser-Kommunikationsnetz zu bauen. Aber jetzt ist Swisscom ausgestiegen. Aus der Partnerschaft wird Konkurrenz.

Im Jahr 2012 gründeten der Freiburger Stromkonzern Groupe E, die regionalen Energieversorger Gruyère-Energie und IB Murten und der Staat Freiburg das Unternehmen «ftth fr». Gemeinsam sollte im ganzen Kanton Freiburg ein Glasfasernetz für die Telekommunikation gebaut werden. Kurz darauf stiess die Swisscom als Kooperationspartner zum Freiburger Unternehmen.
Alle Freiburger Firmen und über 90 Prozent aller Haushalte sollten angeschlossen werden, so das ambitionierte Ziel. Der Kanton Freiburg versprach sich davon einen technologischen Standortvorteil. Das Kantonsparlament bewilligte denn auch eine Anschubfinanzierung von 35 Millionen Franken. Ende 2016 waren 47'000 der 150'000 Freiburger Haushalte angeschlossen, 27 Millionen Franken verbaut.

Swisscom steigt aus
Aber nun hat die Partnerschaft ein Ende. Swisscom hat die Zusammenarbeit beendet und verfolgt eine eigene Technologie. Sie will das Glasfasernetz nicht mehr bis zu der Steckdose bauen, sondern die letzten paar hundert Meter die herkömmlichen Kupferdrähte verwenden. So sei das Netz schneller und billiger gebaut. Zudem sei es heute möglich, die Bandbreite, also die Leistungsfähigkeit des Netzes, auch mit Kupferdrähten zu gewährleisten.

Die Freiburger beharren auf dem Projekt
Wie der Verband openaxs (siehe nächsten Artikel in diesem Newsletter) sieht dies das Gemeinschaftsunternehmen «ftth fr» anders. Es will das Glasfasernetz bis in die Häuser weiterknüpfen. Nur so sei ein Netz möglich, das den künftigen Anforderungen genüge. Allerdings brauche es mehr Zeit, um das Werk zum Abschluss zu bringen. Jetzt sieht es nach Konkurrenz und Wettlauf aus. «ftth fr» will sich in den nächsten zwei Jahren auf die ländlichen Gebiete konzentrieren, die bisher mit Telekommunikations-Verbindungen ungenügend erschlossen sind.

Quelle: SRF, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis