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Glasfasernetze für den Lehrplan 21

Im Rahmen des Lehrplans 21 wird auch die Medien- und Informatikbildung an den Schulen neu definiert. Das Engadin nimmt sich dieser digitalen Herausforderung an und schafft ein digitales Kompetenzzentrum für 24 Schulen in 10 Gemeinden.

Im Zuge der Glasfasererschliessung des Unterengadins und unter Koordination des Projekts Mia Engiadina haben zehn Gemeinden (Samedan, Beyer, La Punt, Zuoz, S-chanf, Zernez, Scuol, Valsot, Samnaun, Val Müstair) sich zum Ziel gesetzt, die Herausforderungen der digitalen Welt gemeinsam anzupacken. Das Engadin soll nichts weniger als die Modellregion des Kantons im Bereich der Ausbildung von Informatik- und Medienkompetenzen werden. Das Projektteam unter Leitung von Jon Erni (Mia Engiadina) und Gerhard Stäuble (langjähriger Rektor am Hochalpinen Institut Ftan) präsentiert das Konzept «Bildungsregion Medien und Informatik».
Das Bildungsprojekt beschränkt sich nicht auf die im Lehrplan 21 vorgesehenen (wenigen) Stunden Informatikunterricht, sondern hat einen ganzheitlichen Ansatz. «Das Thema Medien und Informatik soll die Kinder stufengerecht vom Kindergarten bis zur 3. Sek begleiten», betont Erni. Dazu sollen die 24 Schulhäuser in den zehn Gemeinden des Projektperimeters vernetzt werden. Das bedeutet einen Glasfaseranschluss und damit schnelles Internet (400/440 MBit/s) für jede Schule sowie WLAN in den Klassenzimmern, in denen dezentrale Infrastrukturen vorgesehen sind.
Ein neues Element sind zentrale Lernumgebungen in regionalen Kompetenzzentren. Solche sind an der Academia Engiadina in Samedan, im Lyceum Alpinum in Zuoz und im Hochalpinen Institut Ftan vorgesehen. Gemäss den Zahlen des Schuljahres 2015/16 kämen so rund 1400 Kinder in den Genuss eines hochstehenden Medien- und Informatikunterrichts. In das Konzept voll integriert sind auch die Lehrpersonen, deren Kompetenzen ebenfalls individuell gefördert werden. Wie die praktische Umsetzung dieses Unterrichts aussehen könnte, zeigt der St. Galler Medienpädagoge Martin Baumann. «Die neuen Unterrichtsformen helfen mit, dezentrale Schulstrukturen zu erhalten», betont er. Ein für die Gemeinden wichtiger Punkt sind die Kosten. Wie Jon Erni detailliert aufzeigte, werden die Jahreskosten bei einer Beteiligung aller zehn Gemeinden mit weniger als einer halben Million Franken tiefer ausfallen als heute.

Quelle: Bündner Tagblatt