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WIK-Studie unterstützt openaxs-Kampagne

Die Swisscom arbeitet an der Wiederherstellung ihres Monopols. Der Wettbewerb funktioniert nur halb, die Preise sind zu hoch und die Swisscom-Konkurrenz wird benachteiligt. Was openaxs in seiner Informationskampagne moniert hat, bekräftigt eine neue wissenschaftliche Studie.

Nur wenige Wochen nachdem openaxs eine Kampagne fürs offene Glasfasernetz gestartet hat, erhält der Verband unverhoffte Unterstützung von wissenschaftlicher Seite. Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) kritisiert in einer bisher unveröffentlichten Studie die Swisscom scharf – und stützt damit die Argumentation von openaxs auch von wissenschaftlicher Seite.

Vorwurf 1: Marktanteil und Preis
Die Swisscom habe trotz Marktliberalisierung ihre Marktanteile hochhalten können, weil sie Vorteile als Platzhirsch geniesse, schreiben die Studienautoren. Auch ihr Preisniveau liege «circa 33 Prozent höher als das der Wettbewerber, auch dies ein europäischer Spitzenwert». Umso wichtiger sei es, dass alternative Anbieter zu fairen Preisen auf die Kapazität der Faser der Swisscom zurückgreifen können, um «vergleichbare, wettbewerbsfähige Endkundenprodukte anzubieten». Sonst drohe, dass diese ihre Dominanz ausbaue.

Vorwurf 2: Diskriminierung der Konkurrenz
Dass genau dies passiert, weil alternative Anbieter beim Netzzugriff diskriminiert werden, macht die Studie ebenfalls klar. Ebenso, dass die ehemalige Monopol-Anbieterin Swisscom alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzt, um missliebige Konkurrenz wie Sunrise, Salt, UPC oder Energieversorger auszuschalten, teils mit fragwürdigen Methoden. Swisscom verrechnet der Konkurrenz für die Nutzung ihrer Infrastruktur teils derart hohe Preise, dass ein echter Preiskampf gar nicht erst entstehen kann – zum Nachteil von Geschäfts- und Privatkunden.

Vorwurf 3: Quasi-Monopol
Die WIK-Studie unterstützt die openaxs-Kritik auch betreffend Netzausbau. Die ehemalige Monopolistin baue ihr Netz – wenn immer möglich – mit Technologien aus, die noch Anteile der althergebrachten Kupferleitungen beinhalten. Hauptproblem dieses Vorgehens sei, dass die Swisscom einem Konkurrenten wie UPC oder Sunrise für die Nutzung der letzten Verbindungen bis zum Endverbraucher verrechnen kann, was sie will. Mit der Folge, dass diese praktisch vom Wettbewerb ausgeschlossen bleiben.

Fazit
Die Studie kommt zum Fazit: «Dort, wo es Wettbewerb durch das FTTH-Kooperationsmodell zwischen Swisscom und den Energieversorgern gibt, haben Festnetzwettbewerber die Möglichkeit, zu wirtschaftlich akzeptablen Bedingungen die FTTH-Netze zu nutzen und Hochbreitbandprodukte auf ihrer eigenen Plattform anzubieten.» Dies gelte jedoch nur für rund 27% der Anschlüsse. Die anderen 73% drohen stark benachteiligt zu werden.

Die aktuelle WIK-Studie gibt es hier (nur auf Deutsch)