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Vectoring: Tückisch auch für die Gesundheit

Swisscom spart, Reimann leidet

Evelyn Reimann, Tochter von SVP-Nationalrat Maximilian Reimann und wohnhaft in Gipf-Oberfrick, hat ein Problem: Sie leidet unter Elektrosensibilität – was ihr Hausarzt bestätigte. Die Diagnose bedeutet für Reimann, dass sie auf elektromagnetische Funkstrahlung mit körperlichen Problemen reagiert. «Kopfschmerzen, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Muskelstarre oder Erschöpfung gehören zu den Symptomen», erklärt sie. Gegen Strahlung, die von Antennen ausgeht, konnte sich Evelyn Reimann bisher gut schützen: «Durch Schutznetze, spezielle Fensterscheiben und neue Erdungen konnte die Funkstrahlung vom Haus abgeschirmt werden», sagt sie. Ausserdem habe sie immer im Kellerbüro geschlafen, denn die Mobilfunkstrahlung dringe nicht durch den Beton.

«Es geht gar nichts mehr»

Jetzt beschert der 38-Jährigen aber eine neue Technologie schlaflose Nächte: Vectoring. Die Swisscom nutzt das sogenannte Vectoring, um mehr Datenvolumen über Kupferkabel zu leiten – vor allem auf dem Land, so Reimann. «Die Emission des Vectorings durchdringt auch Beton. Es ist unmöglich, sich abzuschirmen.» Evelyn Reimann, Autorin von zwei Büchern, wollte eigentlich beginnen, einen dritten Roman zu schreiben. «Als dann aber das Vectoring auftrat, ging gar nichts mehr.» Doch es gibt eine Alternative zur für Reimann schädlichen Technologie: Glasfaserkabel. Diese würden nicht strahlen.
Laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» hat Evelyn Reimann nun rechtliche Schritte ergriffen, um die Swisscom dazu zu bringen, in Gipf-Oberfrick neu Glasfaser- statt Kupferkabel zu verlegen. Ihr Vater ist Co-Präsident der parlamentarischen Gruppe nichtionisierende Strahlung und plädiert für eine technologisch fortschrittliche, aber gesundheitlich unbedenkliche Kommunikationsinfrastruktur.

Der Anwalt Loris Fabrizio Mainardi, der mit Rolf Stephani Reimann rechtlich vertritt, sagt der «Aargauer Zeitung»: «Wir fordern das Departement Bau, Verkehr und Umwelt primär auf, das Umweltschutzgesetz richtig anzuwenden.» Darin sei verankert, dass unnötige Störemissionen vermieden werden müssten – auch wenn ihre Strahlung als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft wird. Mainardi: «Im Gegensatz zum Gebrauch von Mobilfunkantennen gibt es beim Internet eine modernere Alternative: Glasfaserkabel.» Für den Rechtsvertreter steht fest: «Um kurzfristig Geld zu sparen, zögert die Swisscom mit dem Vectoring die Aufrüstung auf Glasfaserkabel hinaus und meine Mandantin leidet darunter.»

Quellen: «Aargauer Zeitung», «NZZ am Sonntag»