Am 20. August 2014 findet mit der eCITY Conference das wichtigste Treffen der schweizerischen Glasfaserbranche statt: Mit dabei sind die wichtigsten Entscheidungsträger und hochkarätige Referenten auf dem Podium. Sichern Sie sich Ihr Ticket für diesen exklusiven Anlass jetzt – und lesen Sie zur Einstimmung ein aufschlussreiches Interview mit Franz Stampfli, openaxs-Präsident und Conference-Gastgeber.
Herr Stampfli, was war der ausschlaggebende Grund dafür, die FTTH Conference neu unter dem Namen eCITY Conference durchzuführen?
Franz Stampfli: Die Konvergenz der Netze beim Erstellen neuer Geschäftsmodelle. Im Wettbewerb um den attraktivsten Infrastruktur-Anbieter werden sich jene Player durchsetzen, die Kommunikations- und Energiethemen zu innovativen Lösungen verquicken.
Was konkret versprechen Sie sich als Präsident des openaxs Verbandes von der eCITY Conference 2014 und der Adressierung der beiden Branchen Telekommunikation und Energie?
Stampfli: Der Wert eines „Hauses der Zukunft“ wird massgeblich durch den Grad seiner Vernetzung bestimmt. Das Internet der Dinge wird unser Leben massiv beeinflussen, vereinfachen, sicherer machen und unsere Autonomie bis ins hohe Alter gewährleisten. Energieversorger müssen sich diesen Megatrend vor Augen halten, wenn sie nicht zu belanglosen Energie-Lieferanten verkümmern wollen.
Das übergreifende Thema der Konferenz ist die Netzkonvergenz. Wie sollen die Anbieter Netzkonvergenz verstehen? Bieten Telekommunikationsanbieter künftig auch Energieleistungen und umgekehrt an?
Stampfli: Das ist ja teilweise schon heute so. Aber mit einer „More of the same“-Strategie wird keine der Parteien merklich zulegen können.
Welche Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der Energiewende liegen noch vor den Schweizer Energieversorgern und welche Gefahren sind damit verbunden?
Stampfli: Die Netzkonvergenz ist Teil der Lösung der Energiewende. Einerseits verlagert sich mit der Energiewende die Produktion von Bandenergie zu Spitzenenergie. Es braucht neue Energieprodukte wie z.B. Tarifanpassungen im Minutentakt oder steuerbare Verbraucher. Die Netzkonvergenz zwischen Telekommunkations- und Energienetzen ermöglicht die Entwicklung von solchen neuen innovativen Dienstleistungen. Anderseits braucht es kreative Köpfe, die verrückte Ideen entwickeln und starke Manager, die willens sind, diesen Ideen auch bei hoher Unsicherheit zum Durchbruch zu verhelfen. Nicht Google hatte die Idee der Suchmaschine im Netz – das war DEC (Digital Equipment Corporation) mit dem internen Forschungsprojekt „Altavista“! Aber Google hatte starke Marketeers, die an die Idee glaubten und sie am Markt durchsetzten. Letztere Fähigkeiten sind bei den EVU nicht sonderlich ausgeprägt. Dies hängt auch mit dem historisch bedingten politischen Umfeld zusammen.
Bald wird die Markliberalisierung auch für Privatkunden Realität werden. Sind die Energieversorger dem liberalisierten Markt und den Kundenbedürfnissen angebotsseitig schon heute gewachsen?
Stampfli: Ja und Nein, denn was heute gefragt ist, ist grundsätzlich vorhanden. Bedürfnisse werden aber erst durch Wettbewerb entstehen. Kein Mensch schrie danach, mit dem Handy surfen und fernsehen zu können. Ich erinnere mich auch, wie ich im Jahr 2003 vom Mobile World Congress in Cannes meine Frau anrief und ihr mitteilte, dass ich ein Handy gesehen hatte, mit dem man auch fotografieren konnte. In dieser Hinsicht sind wir den Kundenbedürfnissen angebotsseitig noch nicht gewachsen.
Worin liegen die Chancen konvergenter Netze für die Telekommunikations- und Energieanbieter und wie können sie diese nutzen, um ihren Kunden auch künftig attraktive, individuelle Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können?
Stampfli: Ich denke, vieles wird über ein attraktives, stark bindendes, innovatives und individuelles Kundenportal mit grosser Emotionalität ablaufen. Dabei muss dem Spieltrieb der Menschen gebührend Platz eingeräumt werden.
Welche Unternehmen werden im Rahmen der liberalisierten Märke und der Entwicklung zu konvergenten Netzen Ihrer Meinung nach als Sieger hervorgehen?
Stampfli: Die „Change-Resistenz“ der Energiebranche ist ein stark bremsender Faktor. Der „Sense of urgency“, also der Sinn für Dringlichkeit, ist nicht sehr ausgeprägt. Die Telekommunikationsbranche ist diesbezüglich viel weiter. Aber vielleicht kommt ein neuer Player, dessen Namen wir heute noch gar nicht kennen - es wäre nicht das erste Mal!“
Herzlichen Dank Herr Stampfli und viel Erfolg an der eCITY Conference am 20. August 2014 in der Messe Luzern.
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