Die Musikbranche hat Transformationen hinter sich, die
Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle an die Wand drängten. Davon berichten an
der eCity Conference gleich zwei Referenten – mit erhellenden Einsichten.
Er war nebst Moderator Stephan Klapproth der eigentliche Promi an der cCity Conference: Thomas M. Stein, vielen bekannt als Juror der ersten und zweiten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» und Topmanager der Musikbranche. Stein hat Künstler wie Peter Maffay, Alicia Keys und NSYNC auf den Weg zur Spitze der Musikcharts gebracht. Und er hat als Topmanager der Musikbranche Unternehmen miterlebt, die immer wieder neu um ihre Geschäftsgrundlage kämpfen mussten – und dabei auch manche Chance verpassten.
Die
Warnung: Napster
Nachdem die „Peer-to-Peer“-Tauschbörse
Napster Ende der Neunzigerjahre dafür gesorgt hatte, dass bis dahin geschützte
Musik kostenlos übers Internet getauscht werden konnte, sind
Kooperationsbemühungen zwischen Unternehmen der Musikindustrie und Napster
gescheitert. «Alle waren zu sehr auf ihren eigenen Gewinn fokussiert und haben
gleichzeitig die technologische Revolution verschlafen», sagt Stein. Die
Musikindustrie bekämpfte Napster, Bertelsmann kaufte das Start-up-Unternehmen
auf eigene Faust, aber die Napster-Nutzer wanderten in Scharen zu anderen
Tauschbörsen ab, die das Internet inzwischen hervorgebracht hatte. Verloren hat
die gesamte Industrie.
Die Lehre, die man daraus auf die
heutige Energiebranche übertragen kann: Ist der Geist des Wandels einmal der
Flasche entwichen, kann man ihn nicht mehr in die Flasche einsperren. Und wer
technologische Revolutionen für sich nutzen will, muss sich vom bisherigen
Geschäftsmodell lösen, den eigenen Garten verlassen und neue Kooperationen und
Geschäftsmodelle suchen – allenfalls auch mit bisherigen Konkurrenten.
Das
Vorbild: Diamond
Einer, der seinen eigenen Garten
rechtzeitig verlassen hat und Kooperationen eingegangen ist, heisst Hans
Gerber, Präsident
und Generaldirektor der Firma Diamond. Eine Firma, die darauf spezialisiert
war, Diamant-
und Saphirspitzen für Plattenspieler herzustellen, als plötzlich Compact-Disc-Player
aufkamen und Plattenspieler aus dem Markt verdrängt wurden.
«Ich wusste sofort: der CD gehört die
Zukunft», sagt Gerber. Was also tun?
Der Zufall kam zu Hilfe. Als Diamond
mit dem Rücken an der Wand stand, meldete sich ein Anrufer mit der damals sehr
geheimnisvoll klingenden Frage: «Können Sie Glasfaser schleifen?» Gerber wusste
zwar nicht, wozu eine geschliffene Glasfaser gut sein soll. Aber instinktiv
sagte er: «Klar!» Und tatsächlich bewährte sich die Schleifpräzision der
Diamond auch im Glasfaserbereich. Der Kunde war zufrieden. Nun musste die
Glasfaser nur noch mit einem Stecker verbunden werden. Die Methode, die Diamond
damals fand, hat noch heute Bestand: eine Kernzentrierung. Das neue,
diversifizierte Geschäftsmodell war gefunden, mit einem zunächst
kundenspezifisch massgeschneiderten Produkt. 1980 machten Diamond 180 ’ 000 Franken Umsatz mit Glasfasern, 2001
waren es bereits 145 Millionen Franken. Heute ist das Unternehmen
Technologieführer im Bereich von Glasfaserkomponenten.
Gerbers Rezept? «Ohne Mut, eine Prise
Draufgängertum und immer den Kundenwunsch im Blick hätten wir unsere Firma
nicht umbauen können.»
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