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Drei Strategien im Verdrängungsmarkt

Sein Medienunternehmen im Mittelland wird von allen Seiten bedrängt. Doch der Aargauer Verleger Peter Wanner verteidigt hartnäckig sein kleines Imperium im Herzen der Schweiz. Wie schafft er das? Er nennt drei Strategien.

Die Bedrohungen im Zeitungsmarkt sind mindestens so virulent wie im Telekom- oder Energiemarkt – und wohl schon weiter fortgeschritten. Das Internet hat die Presselandschaft, in dem die AZ Medien traditionell zu Hause sind, umgepflügt. Bereits ist ein Drittel der Einnahmen weggebrochen, insbesondere die Stellen- und Immobilieninserate. Dazu werden die Kaufzeitungen durch Gratiszeitungen in Bedrängnis gebracht. Und mobile Geräte verschärfen den Wettbewerb noch weiter.
Peter Wanner, VR-Präsident und Verleger der AZ Medien AG, nennt drei Rezepte, wie es seinem Unternehmen in diesem unerbittlichen Verdrängungsmarkt gelungen ist, die Marktposition auszubauen.

1. Bestehendes optimieren
Die AZ-Medien haben rund 25 Millionen Franken in ihre Druckerei investiert – allen Zweiflern zum Trotz. Und in der Folge mehrere neue Grossaufträge hereingeholt und somit die Druckauslastung deutlich erhöht. Auch wurde das Zeitungsprodukt durch gezielte Rezeptionsforschung als Grundlage für den Zeitungs-Relaunch mehr an die Leserbedürfnisse angepasst.

2. Neues wagen
Die AZ-Medien haben diversifiziert: Sie haben Radios und Fernsehsender gekauft und mit TV24 einen neuen Fernsehsender lanciert. Heute verfügt das Unternehmen über vier Fernsehsender – und kann durch die neu gewonnene Grösse deutlich mehr Synergien nutzen als zuvor: beim Programm und bei der Vermarktung, aber auch in der Technik und Distribution. So wird selbst Schweizer Privatfernsehen zum lohnenden Geschäft.

3. Risiken eingehen
Wanner nennt es „kalkulierte Risiken“. Als er die neue Online-Medienplattform Watson lancierte, dachten viele in der Branche, er werde sich damit übernehmen. Aber ein halbes Jahr nach dem Start glaubt der Verleger mehr denn je an die Idee und ist überzeugt, dass er sie zum Durchbruch führen wird. Er zitiert den Spruch, «wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte – wer zu früh kommt, den bestraft der Cash Flow». Und zeigt sich überzeugt, dass er genau in der Mitte der beiden Extreme den richtigen Zeitpunkt gefunden habe, um mit Watson eine Medienplattform aufzubauen, die in Zukunft auch die jungen Mediennutzer erreichen wird – sei es auf Tablets oder Smartphones. Diese weitere Diversifizierung in seinem Verlag wird, so ist Wanner überzeugt, im künftigen Medienmarkt von Bedeutung sein.