Das Glasfasernetz wird immer wichtiger, damit Telekomfirmen den steigenden Anforderungen an die mobile Datenübertragung gerecht werden können, lautet eine Kernbotschaft am diesjährigen Broadband World Forum von Ende Oktober. Somit ist auch der Wettbewerb im Mobilnetz zunehmend davon abhängig, dass Energieversorger und Kabelnetzbetreiber Alternativen zum Swisscom-Netz bereitstellen.
Der wahre Held des mobilen Internets, das Glasfasernetz, liegt im Untergrund. Mit dem nächsten Mobilfunkstandard 5G werde die Infrastruktur im Boden noch wichtiger, war am Broadband World Forum zu hören. Denn um den steigenden Anforderungen an die mobile Datenübertragung gerecht zu werden, braucht es mehr Antennen; nur so kann die «letzte Luftmeile» verkürzt werden. Das im Boden liegende Glasfasernetz muss daher feiner verästelt werden, was zu weitreichenden Anpassungen in der Telekomindustrie führen wird.
Globale Branchentrends
Für den Endkunden gäbe es laut Forschern von Alcatel-Lucent schon bald nur noch einen Zugang zum Internet; egal mit welchen Geräten und ob unterwegs oder zu Hause, man werde immer rasend schnell auf Daten online zugreifen können. Dank einer Virtualisierung des Netzmanagements und dem Zusammenlegen von Mobil- und Festnetz sollen Telekomfirmen wie Swisscom dabei sogar noch Kosten sparen können.
Auch wenn Alcatel-Lucent als Netzausrüster mit dem Umbau der Netze Geld verdient und daher die Forschung mit Vorsicht zu geniessen ist, scheint die präsentierte Zukunftsvision nicht abwegig. Die Forscher der Bell Labs äusserten am Forum die Überzeugung, dass sich die Marktstrukturen im Telekombereich mit den grundlegenden Veränderungen beim Netzmanagement fundamental wandeln würden. Es werde globale Dienstanbieter wie Google geben, die überall auf der Welt einen nahtlosen Internetzugang ermöglichten. Berit Svendsen, Firmenchefin von Telenor Norwegen, prognostiziert einen weiteren massiven Preiszerfall beim Roaming für die nahe Zukunft. Bereits jetzt Realität sei die Verschmelzung von Fest- und Mobilnetz; laut Svendsen werden schon heute beim Verlegen von Glasfasern beide Netze integriert berücksichtigt.
Die Situation in der Schweiz
Die Entwicklung zu einem engmaschigeren Netz ist auch in der Schweiz nicht aufzuhalten. Anfang Oktober hat Swisscom angekündigt, kleine Mobilfunkantennen (sogenannte Mikrozellen) in den Kabelschächten unter den Strassen zu verlegen. Ein paar Monate zuvor hatte Sunrise verkündet, dass man das Mobilnetz mit Mikrozellen ausbaue und dafür eine Kooperation mit Swiss Fibre Net eingegangen sei, dem Gemeinschaftsunternehmen städtischer Energieversorger mit eigenen Glasfasernetzen.
Schon beim heutigen Mobilfunkstandard der vierten Generation (LTE) ist also der Zugang zu einem feingliedrigen Glasfasernetz wichtig. In den nächsten Jahren dürfte sich das Zugangsnetz zum Endkunden noch mehr zum Transportnetz für die mobile Datenübertragung wandeln. Damit wird es für Mobilfunkanbieter ohne eigenes Festnetz wie Salt und Sunrise noch schwieriger werden, gegen Swisscom anzukommen.
Umso wichtiger ist es, dass es neben Swisscom noch öffentliche Versorger mit einer Glasfaser-Infrastruktur gibt. Nur so ist ein funktionierender Wettbewerb zu Gunsten der Endkunden gewährleistet – nicht nur auf dem Fest-, sondern zunehmend auch auf dem Mobilnetz.
Quelle: NZZ
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