openaxs - fiber connection for everyone

«Wir wollen ein Kommunikationsnetz für alle»

Peter T. Frei, Projektleiter der Kommunikationsnetz Däniken AG, über die Mitgliedschaft bei openaxs, das Glasfaserprojekt in Däniken, den Business Case sowie Verhandlungen mit Swisscom.

Warum ist die Kommunikationsnetz Däniken AG dem Verband openaxs beigetreten?
Peter T. Frei: openaxs vertritt die Philosophie, heutzutage müssten alle Zugang zu einem offenen Kommunikationsnetz haben. Diese Vision deckt sich mit dem Ziel des Däniker Gemeinderats.

Warum setzen sie auf Glasfaser?
Frei: Däniken verfügt über ein Koaxialnetz, an das fast alle Wohneinheiten angeschlossen sind, und hat es bereits vor 15 Jahren zu einem FTTS-Netz ausgebaut (Fibre to the Street). Seine Übertragungskapazität könnte noch bis 2020 alle Bedürfnisse befriedigen. Danach würde es knapp. Es war für uns schon früh klar, dass der Bedarf an Übertragungskapazität weiter zunehmen wird und dass das adäquate Übertragungsmittel die Lichtwellenleiter sind. Deshalb haben wir in Däniken bereits 2011 mit dem Verlegen von Glasfaserkabeln begonnen. Damals gehörte das Netz noch der örtlichen Fernsehgenossenschaft.

Die Kommunikationsnetz Däniken AG ist im Besitz der Gemeinde und das Kommunikationsnetz im Besitz der AG. Haben es diese Besitzverhältnisse erleichtert, rechtzeitig das Zukunftsprojekt Glasfasernetz in Angriff zu nehmen?

Frei: Ja, weil die Gemeinde damit die Verantwortung dafür übernommen hat, das Projekt langfristig sicherzustellen – personell wie auch finanziell.

Wie sieht der Business Case aus?
Frei: Die Investition in das Kommunikationsnetz muss in 30 Jahren bezahlt sein.

Welche Rolle spielt Swisscom in Däniken?

Frei: Swisscom bietet auf ihrem Netz TV, Radio, Internet und Telefonie an. Das Netz in Däniken genügt jedoch ihren Ansprüchen nicht mehr. Deshalb hat sich Swisscom im vergangenen Jahr dazu entschlossen, in Däniken ein eigenes FTTS-Netz zu bauen.

Und? Wird sie es bauen?

Frei: Nein. Das Ziel des Gemeinderats war es, in Däniken ein einziges, modernes Kommunikationsnetz bereitzustellen. Zwei Parallelnetze zu bauen, wäre unsinnig gewesen. Auch Swisscom sieht Vorteile, wenn die Glasfaserinfrastruktur nur einmal gebaut wird. Wichtig für eine Gemeinde sollte sein, dass möglichst viele Angebote erhältlich sind. Nach intensiven Verhandlungen konnten wir uns darauf einigen, dass Swisscom ein langfristiges Nutzungsrecht am Däniker Glasfasernetz kauft.

Sie wollen sämtliche Haushalte mit vier Glasfasern erschliessen. Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen auf diesem Weg?
Frei: Damit das Glasfasernetz in Däniken zum gesamtschweizerischen Glasfasernetz der Swisscom passt, sind einige Anpassungen nötig. Die grösste Herausforderung stellt aber der Zeitplan dar: Wir wollen das Netz bereits bis Mitte 2017 fertigstellen.

Wie stehen Bevölkerung und Gewerbe in Däniken zum Glasfasernetz? Ist die Nachfrage bereits spürbar?
Frei: Die Bevölkerung ist mit dem heutigen Kommunikationsnetz zufrieden, weil es den Ansprüchen noch genügt. Dass es nun auf Lichtwellenleiter umgebaut wird, interessiert die meisten Leute bisher wenig.

Was wünschen Sie sich von openaxs für die Zukunft?
Frei: Der Verband openaxs soll sich weiter für das Ziel einsetzen, dass möglichst alle Zugang zu einem offenen Kommunikationsnetz haben. Alle müssen die Infrastruktur bezahlen – aber die Dienste auch frei wählen können.