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Oberwallis: Innovativ wie der Conference-Film

Fokus Infrastruktur: Das Oberwallis ist kleinräumig und weit verzweigt. In einigen Orten liegt das halbe Jahr Schnee. Von solchen Widrigkeiten lässt sich das Oberwallis nicht aufhalten. «Bis heute haben wir 30 Prozent der Haushalte an einem FTTH-Glasfasernetz angeschlossen», sagt Martin Nanzer, CEO der Danet AG und Gastgeber der openaxs FTTH Conference in seinem Referat. Damit liegt das dezentrale Oberwallis im landesweiten Durchschnitt und ist eines der besterschlossenen Gebiete der Alpen. Eine starke Leistung! Und so soll es auch weitergehen. Bis 2021 will die Danet AG 60 Prozent aller Haushalte ans FTTH-Netz anschliessen. «Aber damit ist nicht Schluss», sagt Nanzer: «Unser Ziel sind 100 Prozent! Dafür suchen wir zurzeit nach Techniklösungen und Finanzierungsmöglichkeiten.»

Fokus Anwendungen: An der FTTH Conference in Naters traten verschiedene Redner auf, die zeigten, wie sie das Glasfasernetz für einen besseren Alltag nutzen.

  • Beispiel Co-Working-Space: Fabian Brunner, Gemeindepräsident von Eischoll, präsentiert «Miis Büro – Diis Büro», das Co-Working-Büro mit ultraschnellem FTTH-Anschluss. Eischoll hat rund 440 Einwohner und liegt auf 1200 Meter über Meer. «Gerade für kleine Gemeinden wie Eischoll ist die Infrastruktur wichtig, damit Einheimische nicht abwandern und Feriengäste kommen», sagt Brunner. Als Mitglied des alpenweiten Projektes «Smart Villages» will Eischoll in den nächsten Jahren aufzeigen, welche Chancen die Digitalisierung für Bergdörfer bieten kann.
  • Beispiel Dorfschule: Die Geschichte von Bratsch ist unglaublich, aber wahr. 100 Einwohner und 1 Kind lebten dort noch vor drei Jahren, auf 1100 Meter über Meer. Dann schickte sich Damian Gsponer an, in Bratsch eine der innovativsten Schulen der Schweiz zu entwickeln. 32 Schülerinnen und Schüler gehen heute in Bratsch zur Schule – und die Warteliste ist lang. Mit der Eröffnung der Schule kam wieder Leben ins Dorf, Einwohnerinnen unterstützen den Betrieb der Schule aktiv, das Dorfrestaurant wurde wieder geöffnet und verpflegt heute Schülerinnen und Schüler. Diese arbeiten in der Privatschule aufgrund ihrer Eigenmotivation mit einem hohen Selbstverantwortungsgrad. Die Projektfortschritte werden im eigens erstellten Softwareprogramm «Hazu» festgehalten und dienen als Basis für die wöchentlichen Coachinggespräche zwischen Schüler/innen und Lehrperson. Durch intensive videogestützte Unterrichtsreflexionen wird eine individuelle Lernförderung aller Schüler/innen sichergestellt. «Ohne das FTTH-Glasfasernetz wäre das nicht möglich», stellt Gsponer an der FTTH Conference klar.
  • Beispiel Software: Der Entwickler der Software «Hazu», die das Erfolgsmodell der Privatschule in Bratsch ermöglicht hat, war ebenfalls Referent an der openaxs FTTH Conference. Andy Abgottspon entwickelt seit über 15 Jahren Online-Plattformen, Apps, Games und High-End-Software. Nach dem Masterstudium in England und Erfahrungen im Silicon Valley gründete er dort 2016 schliesslich die Firma Hazu Inc., die es sich zum Ziel macht, die digitale Kommunikation zu revolutionieren. Das Unternehmen zählt laut dem Magazin «Bilan» zu den 50 innovativsten Startups der Schweiz, in die es sich zu investieren lohnt. «Hazu ist das Sackmesser der Digitalisierung», sagt Abgottspon. Anstelle von vielen Insellösungen wie Powerpoint, Word oder Excel hat er eine integrierte Plattform entwickelt, die das Hin-und-Her-Switchen zwischen einzelnen Programmen überflüssig macht. Eine Spezialität von Hazu ist das inhaltliche Tagging von Filmmaterial, damit der Zuschauer schneller findet, was er sucht. Diese Technik angewandt hat Abgottspon auch bei der Filmdokumentation der diesjährigen Conference.

Hier gehts zum Conference-Film.