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EW Meilen: Dienste sind wichtiger als der Preis

Die Energie Wasser Meilen AG hat wie andere Energieversorger versucht, Kunden fürs Glasfasernetz zu gewinnen. Dank attraktiven Inhalten ist das gelungen. Neu betreibt die Didico AG das Meilemer Glasfasernetz.

Im Sommer hat die Energie und Wasser Meilen AG (EWM AG) gemeinsam mit der Gemeinde Herrliberg die eigenständige Betriebsgesellschaft Didico AG gegründet. Sie löst die einfache Gesellschaft «meifi.net» ab und setzt deren Erfolgsgeschichte fort.
Die Gemeinde Meilen an der Goldküste des Zürichsees hat rund 14 000 Einwohner. Das Glasfasernetz hat rund 25-mal weniger Anschlüsse als jenes in der Stadt Zürich. Ein kleiner Fisch auf dem Glasfasermarkt. Wenn Roger Haller, ehemaliger Leiter Telecom bei der EWM AG und heutiger Geschäftsführer der Didico AG, bei einem potenziellen Kooperationspartner vorsprach, rannte er keine offenen Türen ein. Zu klein ist das Umsatzvolumen, welches das EW Meilen mitbrachte. Doch davon liess sich Haller nicht abschrecken. Er suchte in drei Schritten den Erfolg.

Versuch 1: Preis/Leistung gepaart mit lokalem Service
Als «meifi.net» vor einigen Jahren begann, Dienste auf dem eigenen Glasfasernetz zu vermarkten, setzte es auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gepaart mit viel lokalem Service. Der persönliche Kontakt im eigenen Showroom und individuelle Installationen brachten erste Erfolge. Doch Haller musste feststellen, was vor ihm auch andere schon festgestellt haben im Telekom-Markt. «Die Schweizerinnen und Schweizer sind wechselfaul, auch wenn sie Geld sparen können.» Um den Wechsel zu erleichtern, hat «meifi.net» Barrieren aus dem Weg geräumt und den Kunden die Wechsel-Modalitäten abgenommen.

Versuch 2: Topbrands
Auch der Markteintritt von Sunrise auf dem Glasfasernetz in der Gemeinde Meilen/Herrliberg im Jahr 2015 brachte nicht den grossen Durchbruch. Ein eigener Service musste her. Im Produkt Surfpack (www.surfpack.ch) kombinierte Haller rasantes Glasfaser-Internet mit Topbrands wie Netflix, Spotify und AppleTV sowie dem TV-Streaming-Dienst Teleboy. Der Mut, auf Topbrands zu setzen, lohnte sich zwar nicht finanziell. Aber die grossen Namen stärkten das Vertrauen ins lokale Produkt. Stand heute hat Surfpack in Meilen und Herrliberg mehr Kunden als Sunrise oder Salt.

Versuch 3: Die Menge macht den Preis
Im Frühling 2017 lancierte Haller nach dem Vorbild von Saas Fee ein Preisbrecher-Angebot. Es wurden 1500 Abonnenten gesucht, welche für einmalige CHF 1500 drei Jahre lang 500 Mbit/s-Internet-Speed nutzen wollten. Trotz grosser Marketing-Kampagne wurde dieses Ziel weit verfehlt. Die Aktion brachte aber eine wichtige Erkenntnis: «Die Dienstleistungen rund um das Produkt sind viel wichtiger als ein tiefer Preis, und persönliches Engagement mit Leidenschaft macht den Anbieter zum USP, welcher unkopierbar ist.»