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Jon Erni: «Der Schlüssel liegt in der Kooperation»

openaxs setzt sich dafür ein, dass FTTH-Glasfasernetze in der ganzen Schweiz gebaut werden, auch dort, wo die Kosten höher sind, weil die Haushaltsdichte kleiner ist. So ist es kein Zufall, dass openaxs seine Conference zum zweiten Mal nacheinander in einem Bergkanton veranstaltet hat. Jon Erni, CEO von mia Engiadina, war Gastgeber der letzten openaxs FTTH Conference im Unterengadin. Im Interview am Rande der diesjährigen Conference geht er ein auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Engadin und dem Oberwallis.

Herr Erni, wo liegen die Gemeinsamkeiten zwischen dem Oberwallis und dem Engadin betreffend Glasfaser-Infrastruktur?
Jon Erni: Engadiner und Oberwalliser sind Bergler. Ihre Köpfe sind fast so hart wie das Gestein, das sie umgibt. Sie sind relativ stur und suchen auch dann eine Lösung, wenn diese für Unterländer als unrealistisch erscheint. Wir sind Naturgewalten ausgesetzt und haben gelernt, dass wir es nicht alleine schaffen können, sondern dass wir aufeinander angewiesen sind.

Wo liegen die Unterschiede?
Erni: Im Oberwallis hat man zuerst Glasfasernetze gebaut und erst später Projekte entwickelt, wie man die Netze nutzen kann. Bei uns war es eher umgekehrt. Wir haben sehr früh mit den Überlegungen begonnen, wie wir das Netz vermarkten können. Dafür haben wir später gebaut als die Oberwalliser.

Was kann das Engadin rund um die Glasfaser vom Oberwallis lernen?
Erni: Für uns war die Netzbau-Gemeinschaft im Oberwallis sehr inspirierend. Sie hat uns gezeigt, was man auf solidarischem Weg erreichen kann in einem Glasfaserprojekt. Wir alle kennen dieses beklemmende Gefühl einer Überforderung, wenn man merkt, dass man etwas nicht alleine schafft. Und wie befreiend es ist, wenn man sich zusammentut und gemeinsam die Widerstände überwindet. So ist es uns im Engadin nun auch ergangen.

Und umgekehrt: Was kann das Oberwallis vom Engadin lernen?
Erni: Wie man das Glasfasernetz für Schulen und Wirtschaft nutzbar machen kann, haben wir beispielsweise anhand unseres Mountain Hubs, der Smart Villages oder des Hochalpinen Instituts in Ftan aufgezeigt. Jetzt entstehen auch im Oberwallis Co-Working-Spaces und spannende Schulprojekte.

Welche Rolle spielt openaxs in diesem gegenseitigen Lernprozess?
Erni: Eine sehr wichtige. Der Verband hat die Danet AG und mia Engiadina sozusagen zusammengebracht. Die Kooperationsfunktion beschränkt sich aber nicht auf unsere beiden Regionen. Über die Azienda Multiservizi Bellinzona (AMB) ist mit dem Tessin eine weitere Bergregion im openaxs-Verband vertreten, die unter ganz ähnlichen Bedingungen Glasfasernetze baut und betreibt wie wir. Auch sonst können wir viel von anderen openaxs-Mitgliedern lernen, anlässlich dieser Konferenz und in Projekten darüber hinaus.