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Luzern: Glasfasernetz mit Lücken

Der Stadt-Land-Graben ist Tatsache: In Luzern, Emmen und Ebikon gehören Glasfaseranschlüsse zum Standard jeder Wohnung. Die übrige Region Luzern muss hingegen noch viele Jahre ohne superschnelles Internet auskommen.

Einen Spielfilm in 10 Sekunden herunterladen? Das ist möglich dank der Glasfasertechnik. Für die Einwohner der Stadt Luzern gehört diese heute zum Standard: 96 Prozent der Wohnungen sind mit Glasfaser erschlossen, in Emmen und Ebikon herrscht eine ähnliche Abdeckung. Doch sobald man die drei Gemeinden verlässt, sinkt die maximale Internetgeschwindigkeit rapide. In Kriens, Horw oder Meggen ist superschnelles Internet mit einer Downloadgeschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde für Private praktisch nicht verfügbar. In Kriens hat dies jetzt sogar die Politik auf den Plan gerufen. Ein Postulat der Grünen fordert, den Glasfaserausbau auch in Kriens zu forcieren.
Doch wie sind diese Unterschiede in der Region Luzern zu erklären? In Emmen und Ebikon hat die Swisscom schon vor sechs Jahren den flächendeckenden Aufbau eines Glasfasernetzes in Angriff genommen. Auch in der Stadt Luzern haben sich Swisscom und der städtische Energieversorger Energie Wasser Luzern (EWL) zum Ziel gesetzt, sämtliche Haushalte mit Glasfaser auszurüsten. Allein auf Stadtgebiet kostete der Ausbau bisher rund 100 Millionen Franken, wie EWL mitteilt.
Das Vorhandensein von Glasfaser bedeutet aber nicht automatisch schon schnelleres Internet. Die Leitung wird nur aktiviert, wenn ein entsprechendes Abo gelöst wird. EWL hat zurzeit rund 6000 Kunden, die über Glasfaser surfen. Wie viele Abos die Swisscom in der Stadt unterhält, gibt das Unternehmen nicht bekannt.
Schweizweit sind heute rund 1,4 Millionen Haushalte und Büros mit Glasfaser ausgerüstet. Wie viele in den nächsten Jahren noch dazukommen, ist offen. Swisscom will vermehrt auf eine Kompromiss-Lösung setzen. Dabei endet die Glasfaserleitung maximal 250 Meter vor dem Haus. Das letzte Stück bis zur Wohnung («Letzte Meile») wird auf dem bestehenden Kupferkabel zurückgelegt. Damit lassen sich bloss Geschwindigkeiten von rund 80 Megabit/Sekunde erzielen, 12-mal weniger als auf dem richtigen Glasfasernetz.

Quelle: «Luzerner Zeitung»