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Oberwallis: «Death Valais» oder «Silicon Valais»?

Das Negativszenario: «Death Valais»
Alle Stufen der touristischen Wertschöpfungskette – Reisevermittler, Veranstalter, Transport- und Gastgewerbe – unterliegen einem steigenden globalen Konkurrenzdruck. Die Walliser verkennen diese Bewegungen, verlieren den Anschluss, weil die überheblichen Akteure nicht merken, dass die goldenen Zeiten des alpinen Tourismus längst vorbei sind. Gemeindegrenzen bestimmen das Denken, jede Kommune hält sich für die Welt.
Auch die Tourismusbranche hält an ihren traditionell gewachsenen, kleinteiligen Strukturen fest. Die Entscheidungsträger sind einzig ihren Partikularinteressen verpflichtet und können sich auf keine gemeinsamen Ziele einigen.
Vernetzte Angebote gibt es kaum, jeder Kurverein, jedes Hotel, jede Bergbahn versucht, das eigene Angebot zu verkaufen. Alle Destinationen wollen alles anbieten, wodurch sie für die Gäste kaum mehr unterscheidbar sind. Das Wallis als Ganzes verliert an Profil. Neid dominiert, weil man nur noch darauf schaut, was der andere macht. Für die Kunden sind hohe Such- und Informationskosten die Folge, weshalb sie sich klarer positionierten Destinationen mit integrierten Services zuwenden.

Das Positivszenario: «Silicon Valais»
Das Wallis lässt sich vom Innovationsdenken im kalifornischen Silicon Valley inspirieren und kombiniert es mit der hohen Lebensqualität im Wallis. Für diesen Weg sieht Bosshart drei verschiedene Strategien:

  • Nischenstrategie: Das Wallis macht seine Vielfalt zum Verkaufsargument, unzählige kleine Anbieter bewirtschaften unzählige Nischen. Dank gemeinsamen Plattformen kann jeder Ort seine Einzigartigkeit effizient vermarkten.
  • Massenstrategie: Preis- und Margendruck zwingen zur Standardisierung, eine professionelle internationale Vermarktungsgesellschaft bewirtschaftet das Wallis effizient für den Massentourismus, die Rendite steht im Zentrum. Gross-Hotels nach dem Benchmark von globalen Destinationen werden zu vertikal integrierten Dienstleistungszentren, welche die Gäste vor Ort rundum betreuen. Alle Zusatzangebote und Aktivitäten wie Skiabonnemente, Ausflüge oder Autoverleih werden über das Hotel organisiert und gebucht. Die Kunden erhalten Bequemlichkeit und persönliche Betreuung. Hybride Hotels erhöhen die Vielfalt. So wachsen Gasthöfe mit Kliniken, Schulen und Museen zusammen.
  • Ökostrategie: Mit seiner einmaligen Bergkulisse und der grössten Anzahl an 4000er-Gipfeln auf schweizerischem Boden positioniert sich das Wallis als erste Green Destination – Eco-Valley Wallis. Das Wallis wird nicht zur Gegenwelt der modernen Welt, sondern zur viel beachteten Destination, die in Einklang mit der Natur im 21. Jahrhundert lebt. Als Green Destination konserviert und kultiviert sie das Beste von gestern und heute für die Welt von morgen.