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Warum FTTH trotz 5G unersetzlich ist

openaxs-Präsident Franz Stampfli nutzte an der openaxs FTTH Conference die Gelegenheit, um die Öffentlichkeit wachzurütteln: Weder FTTS-Netze, DOCSIS-Lösungen noch 5G-Mobilfunk können eine Alternative sein zu FTTH-Glasfasernetzen. Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr unterstützt die Position.

Dass die 9. openaxs FTTH Conference in Frauenfeld stattfand, ist kein Zufall. In der Ostschweiz ist der Glasfaserausbau bereits weit fortgeschritten, entsprechend gibt es spannende Praxisbeispiele. Anderseits kennt auch der Kanton Thurgau die Problematik von Engpässen auf dem Glasfasernetz in dünn besiedelten Regionen.
Derzeit sind nur rund 30% der Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen. 70 Prozent der Bevölkerung jedoch drohen den Anschluss zu verlieren.
Präsident Franz Stampfli sagte in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz: «Der Verband openaxs ist der festen Überzeugung, dass die FTTS-Lösung der Swisscom und die DOCSIS-Lösung der Kabelanbieter mittel- und langfristig den Anforderungen von Gesellschaft und Wirtschaft nicht mehr genügen.» Beide Lösungen basierten noch auf dem alten Kupferkabel und garantieren keinen diskriminierungsfreien Wettbewerb zwischen den Dienstanbietern.
An dieser Überzeugung ändere auch der neueste Angriff auf die FTTH-Technologie nichts: Der 5G-Mobilfunk soll die zukünftige Hochbreitband-Abdeckung für die Schweiz übernehmen – und erst noch günstiger als die bauintensive und deshalb teure FTTH-Infrastruktur.
Stampfli nannte vier Gründe, warum 5G-Mobilfunk die FTTH-Technologie nicht ersetzen kann:

  • Geteilte Bandbreite: Wie seine Vorläufer auch ist 5G-Mobilfunk ein sogenanntes «Shared Medium». Das heisst, die Bandbreite wird durch die Teilnehmer in der Zelle geteilt. Man stelle sich vor, wie es um den Durchsatz bestellt ist, wenn abends um 20 Uhr in einem Mehrfamilienhaus Netflix gestreamt wird ...
  • Verfügbarkeit: Funk ist nicht überall in gleicher «Qualität» verfügbar. Wer sich in einem Neubau oder in einem Untergeschoss befindet, stellt sehr schnell fest, dass bereits der Telefondienst nicht mehr möglich ist.
  • Strahlung: 5G-Mobilfunk braucht neue Antennen. In der Schweiz reizen bereits die bestehenden Antennen die maximal zulässigen Grenzwerte aus. Eine Lockerung dieser Grenzwerte wurde durch das Parlament kürzlich abgelehnt. Auch sind Bewilligungen für neue Standorte nur mit sehr hohem Aufwand zu erhalten.
  • Sicherheit: Ob wir wollen oder nicht, wir transferieren immer mehr sensitive Daten. Beispielsweise Gesundheitsdaten: Erst kürzlich konnte man lesen, dass namhafte Wirtschaftsführer Zugang zu den Gesundheitsdaten fordern und dass die politischen Behörden sie dabei unterstützen wollen. Mit Cloud-Computing werden auch immer mehr sensitive Geschäftsdaten über das Internet verschoben. Umso wichtiger wird eine kabelgebundene Punkt-zu-Punkt-Verbindung, welche deutlich datensicherer ist als ein Funknetz.

Stampflis Fazit: «5G wird kommen, da bin ich mir sicher. Aber 5G wird die kabelgebundene FTTH-Technologie nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen. Das zeigt nicht zuletzt die Telekom-Geschichte der letzten 25 Jahre.»
SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr unterstützte das Votum an der Conference. «Ein leistungsfähiges Breitbandnetz ist für ein leistungsfähiges Land besonders wichtig, heute und in Zukunft», sagte sie. «Deshalb ist das Engagement von openaxs für ein Open-Access-Netz so wertvoll.» Und auch sie warnt vor einem digitalen Graben und ruft – untypisch für eine SVP-Politikerin – die Gemeinden dazu auf, ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen und in Glasfasernetze zu investieren.