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Martin Nanzer: «Glasfaser ist unübertroffen»

Gerade Randregionen sind auf gute Infrastrukturen angewiesen. Insbesondere im Telekommunikationsbereich. Nun kommt 5G auf. Es stellt sich die Frage: Macht Glasfaser für ländliche Regionen noch Sinn? Martin Nanzer, Geschäftsleiter der Danet Oberwallis AG, nimmt Stellung.

Schnelles Internet soll die Berggebiete retten.» So titelte unlängst die «SonntagsZeitung». Gemeint war indes nicht eine Glasfasererschliessung, sondern das ultraschnelle Mobilfunknetz 5G. Glasfasernetze seien teuer und deshalb insbesondere für geschlossene Siedlungen geeignet. Im ländlichen Raum biete sich aber 5G an, so die «SonntagsZeitung».

Wird 5G zur günstigen Glasfaseralternative für einzelne Dörfer? Martin Nanzer verneint. Der Geschäftsleiter der Danet Oberwallis AG bestätigt zwar, dass die Erschliessungskosten für ein Glasfasernetz im Vergleich zu 5G höher sind. Die Betriebskosten seien allerdings tiefer. Die Meinung der Danet Oberwallis AG sei klar: «Die Kerngebiete unserer Dörfer sollen mittels Glasfaser erschlossen werden.» Einzig wenn für einen Weiler oder eine kleine Siedlung die Erschliessungskosten exorbitant hoch seien, werde 5G zum Thema. Zudem handle es sich beim Mobilfunk um ein «geteiltes Medium», gibt Nanzer weiter zu bedenken.

«Antennen haben eine bestimmte Leistung, und je mehr Menschen auf diese zugreifen, umso weniger bleibt für den Einzelnen übrig.» Demgegenüber sei Glasfaser von der Leistungsfähigkeit und von den Entwicklungsmöglichkeiten her bis heute unübertroffen. Neben den technischen müssen mit Blick auf das 5G-Netz auch gesundheitliche Aspekte berücksichtigt werden. Die Debatte über die Gefahren der Mobilfunkstrahlung beschäftigt derzeit die Politik. Eine Arbeitsgruppe des Bundes prüft bis im Sommer eine Erhöhung der Grenzwerte.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein 5G-Netz zu realisieren: Entweder wird die Zahl der Antennen massiv erhöht, oder die Verordnung über den Strahlenschutz wird so angepasst, dass pro Antenne eine höhere Sendeleistung erlaubt ist. Beides ist politisch weder gewollt noch opportun.

Die Danet Oberwallis AG realisiert im Auftrag der Oberwalliser Gemeinden und in Kooperation mit Swisscom das Glasfasernetz. Derzeit sind über 18 200 Anschlüsse erstellt, bis 2021/22 sollen es knapp 29 000 sein.

Quelle: Walliser Bote