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Das Sunrise-Mobilfunknetz mit dem UPC-Kabelnetz kombinieren

Sunrise will UPC für 6,3 Milliarden Franken kaufen. Damit schliessen sich die Nummern zwei im Mobilfunk und im Festnetz zusammen, um der mächtigen Swisscom die Stirn zu bieten. «Wir können so den grössten Herausforderer der Swisscom im Schweizer Markt schaffen», erklärte Sunrise-Chef Olaf Swantee in einer Telefonkonferenz.

Bisher ist Sunrise als zweitgrösster Telekomanbieter der Schweiz nur im Mobilfunk die Nummer zwei hinter der Swisscom. Im Festnetz liegt Sunrise auf Platz drei hinter Branchenprimus Swisscom und der jetzigen Braut UPC, im TV-Geschäft ist sie gar nur die Nummer vier hinter der Swisscom, UPC und der Kabelnetzbetreiberin Quickline. Umgekehrt ist UPC als grösste Kabelnetzbetreiberin der Schweiz nur im TV und Festnetz stark, leidet dort aber unter einem beschleunigten Aderlass an der Kundenfront.
Dagegen ist die Mobilfunksparte trotz des steilen Wachstums immer noch sehr klein. Mit der Übernahme von UPC gewinnt Sunrise auch im Fernseh-, Internet- und Festnetztelefoniegeschäft deutlich an Gewicht und rückt der Swisscom näher. Gemeinsam mit UPC erreicht Sunrise im TV-Geschäft einen Marktanteil von 31 Prozent und im Internet einen Anteil von 30 Prozent. Im Mobilfunk betrage der gemeinsame Marktanteil knapp ein Viertel. Zudem erhält Sunrise mit UPC endlich ein eigenes Festnetz zu den Endkunden.
Dies stärke den Wettbewerb, sagte Sunrise-Chef Swantee: Das Ziel der neuen Sunrise sei es, Marktanteile zu gewinnen. Dies gelte sowohl bei Privat- als auch bei Geschäftskunden. Auch hier würden sich UPC und Sunrise gut ergänzen. Während Sunrise bei grossen Unternehmen stark sei, habe UPC den Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gelegt.

Auch im Breitbandinternet will Swantee Gas geben: Mit dem Kabelnetz von UPC erreicht Sunrise rund 60 Prozent der Haushalte mit einer Maximalgeschwindigkeit von derzeit bis zu 600 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), dessen Aufrüstung mit der neuen Technologie Docsis 3.1 auf das Spitzentempo 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) noch in diesem Jahr beginnen soll. Die ähnlich schnellen Glasfaseranschlüsse der Swisscom decken dagegen lediglich ein Drittel der Haushalte der Schweiz ab. Die restlichen Gebäude muss die Swisscom mit den langsameren Kupferleitungen versorgen. Aus Kostengründen werde die neu fusionierte Sunrise versuchen, möglichst viele Kunden an das Kabelnetz von UPC anzuschliessen, um weniger Mietleitungen bei der Swisscom bezahlen zu müssen, schätzt Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland. «Wir werden künftig weniger auf das Kupfernetz der Swisscom setzen», sagte Swantee im Gespräch.
Bei den Glasfaserleitungen der Stromversorger will Sunrise nicht weniger Gas geben. Die Partnerschaften mit den Elektrizitätswerken seien ein starker Wert. «Das macht die Infrastruktur noch stärker», sagte Swantee. Welches TV-Angebot Sunrise künftig verwenden will, ist noch nicht klar. Zur Auswahl stehen das bisherige Sunrise-TV und die neue UPC-Plattform, die im Oktober auf den Markt kam.
Swantee zeigte sich zuversichtlich, dass die Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) dem Deal ihren Segen geben werde.