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Thurgau braut sich eine digitale DNA

Der Verein «Smarter Thurgau» will Kanton, Gemeinden, Schulen und Unternehmen fit machen für die digitale Zukunft. Dazu will er insbesondere die Älteren ansprechen, die heute Verantwortungsträger sind.

Der Kanton Thurgau hat keine Grossstadt und ist sehr kleinräumig organisiert: Es gibt 100 Energieversorger auf 80 Gemeinden, was 1,2 Energieversorger pro Gemeinde ergibt: Schweizer Rekord!
Dazu gibt es kaum Gross-, aber viele Kleinunternehmen, meist mit industriellem, gewerblichem Hintergrund, ohne Affinität zur digitalen Technologie. «Mostindien» ist nicht das Silicon Valley. Die Herausforderung lautet dann: Wie können so viele kleine Akteure mit wenig digitaler Kompetenz gemeinsam den digitalen Wandel bewältigen?

Der Dank an openaxs
Regierungsrat Walter Schönholzer sagt: «Durch Zusammenarbeit.» Das habe sich bereits in den letzten Jahren bewährt, als es darum ging, ein leistungsfähiges Glasfasernetz zu bauen. 50 Prozent der Haushalte des Kantons seien bereits ans Glasfasernetz angeschlossen – deutlich mehr als im schweizerischen Durchschnitt (33 Prozent).
Einen grossen Anteil am fortgeschrittenen Netzausbau habe auch openaxs, sagt Schönholzer und bedankt sich beim Verband für sein grosses Engagement. Der ehemalige Monopolist Swisscom habe die kleinen Gemeinden oft vernachlässigt – bis, unterstützt von openaxs, lokale Energieversorger aktiv geworden seien und somit Swisscom gezwungen haben, selber in die Infrastruktur zu investieren.
Die Infrastruktur ist gut, doch was macht der Thurgau damit? Auch bei der Initiierung des digitalen Wandels setzt der Thurgau auf die Zusammenarbeit. «Smarter Thurgau» heisst die Plattform, die es richten soll.

Die Multiservice-Plattform
Sie wendet sich weniger an die «Digital Natives» als an jene, die heute in den Behörden und Unternehmen das Sagen haben. «Wir müssen diejenigen gewinnen, die bei uns im Kanton die Verantwortung tragen: Amtsvorsteher, Geschäftsführer, Inhaber, Verwaltungsräte, Schulleiter», sagt Manfred Spiegel, Geschäftsführer von Smarter Thurgau, an der openaxs FTTH Conference.
«Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das Glück von Thurgau muss von Thurgau selber kommen», sagt Manfred Spiegel. Dafür bringt der Verein Smarter Thurgau Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Sport und Verbänden zusammen, die sich gemeinsam bemühen, die Kantonsattraktivität zu erhalten.
Ihnen allen stellt Smarter Thurgau eine digitale Multiservice-Plattform zur Verfügung. Vor allem die ältere Generation will der Verein mit der Plattform erreichen. Die «Silver Society» soll beim «Tanz mit der Technologie», wie Spiegel die Digitalisierung nennt, Schritt halten können.
Smarter Thurgau will dem ländlichen Kanton innerhalb von vier Jahren eine digitale DNA vermitteln. Gerade ein ländlicher Kanton müsse die digitalen Chancen nutzen, davon sind die Conference-Referenten aus dem Thurgau überzeugt. Denn: «Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit», sagt nüchtern Regierungsrat Schönholzer.