Die Kundenzahlen sind noch bescheiden. Dennoch gewinnt das St. Galler Glasfasernetz an Bedeutung. Bis Ende Jahr wollen die Stadtwerke die Hälfte des Netzes gebaut haben. Und sie verstärken die Zusammenarbeit mit Schweizer Städten.
Der Ausbau des Glasfasernetzes hat vergangene Woche wieder Fahrt aufgenommen. In zwölf Stadtgebieten (Grafik) haben die Bauarbeiten bereits begonnen oder starten demnächst. Bis Ende Jahr sollen weitere 6645 Wohnungen und Büros Anschluss ans ultraschnelle Breitbandnetz erhalten. Erreichen die Stadtwerke dieses Ziel, ist mit 20 500 Anschlüssen fast die Hälfte des gesamten Glasfasernetzes realisiert. Bis heute wurden 26 000 Kilometer Glasfasern verlegt.
Heute bauen, in Zukunft nutzen
Die Kundenzahlen sind noch bescheiden: Von den 14 000 bestehenden Anschlüssen für Internet, Telefonie und Fernsehen werden bislang etwa 2000 auch genutzt. Peter Stäger, Leiter Telekom bei den Stadtwerken und Gesamtverantwortlicher für das Glasfasernetz, relativiert: «Das haben wir so erwartet. Wir sind mit der bisherigen Entwicklung zufrieden.» Seit Mitte 2012 registriere man eine Verdoppelung der Anzahl Kundenbestellungen pro Monat. Dies habe auch damit zu tun, dass jetzt die verschiedenen Dienstanbieter die Vermarktung verstärkt hätten. Dennoch rechnet Stäger damit, dass viele St. Galler erst dann Gebrauch vom Netz machen, wenn die ganze Infrastruktur aufgebaut ist.
Dies wird laut Zeitplan spätestens 2019 der Fall sein. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die heutigen Kupferkabel die immer grösser werdenden Datenmengen dann nicht mehr bewältigen können. Das Glasfasernetz aber könne das Bedürfnis nach einem leistungsfähigeren Bandbreitennetz befriedigen, sagt Stäger. Es könne in St. Gallen bereits heute 100 mal schneller und mehr Daten transportieren als andere Technologien. Begrenzt werde die Datengeschwindigkeit lediglich von den Endgeräten. Werden diese weiterentwickelt, sei die Grösse der übertragenen Daten nach oben offen. «Wir bauen heute das Netz für die Geschwindigkeit der Zukunft», sagt Stäger. Er schätzt die Lebensdauer des Glasfasernetzes auf 30 bis 50 Jahre.
Zwei Pilotprojekte ermöglicht
Die bisher verlegten Anschlüsse ans Glasfasernetz sind nicht nur für Privathaushalte und Firmen gedacht. Sie ermöglichen unter anderem auch zwei Pilotprojekte der Stadt: Seit vergangenem August kann die Bevölkerung an ausgewählten Orten in der Stadt kostenlos im Internet surfen. Das Wireless-Netz wäre ohne Glasfaseranschluss nicht möglich gewesen, sagt Peter Stäger. Ebenso das Projekt Smart Meters: Haushaltszähler zeichnen den Verbrauch von Strom, Wasser, Gas und Fernwärme auf und leiten die Daten via Glasfasernetz an Versorger und Verbraucher weiter.
Unternehmen gegründet
Das St. Galler Glasfasernetz gewinnt nicht nur innerhalb der Stadtgrenzen an Bedeutung. Die Stadtwerke arbeiten auch verstärkt mit anderen Schweizer Städten zusammen: Vor wenigen Tagen haben sie das Gemeinschaftsunternehmen Swiss Fibre Net AG gegründet. Aktionäre sind nebst den St. Galler Stadtwerken Energieversorger aus Bern, Luzern und Meilen.
«Wir wollen unsere Kräfte bündeln und Synergien im Betrieb der Glasfasernetze nutzen», beschreibt Peter Stäger den Zweck des Gemeinschaftsunternehmens. Langfristiges Ziel sei auch, die regional unterschiedlichen Netze und Produkte in einem nationalen Glasfasernetz zu vereinheitlichen.
Quelle: www.tagblatt.ch
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